Zeltähnlich erheben sich die Türme der Biogasanlagen mit ihren grünen Kuppeln in der Landschaft. In ihnen wird aus biogenem Material (Substrat) Biogas hergestellt. Verarbeitet werden Speisereste, Bioabfälle, Gülle, Mist, überschüssige Agrarpflanzen und deren Reste sowie extra angebaute Energiepflanzen. Aus den unterschiedlichen Substraten wird in einem vierstufigen, nur anaerob (ohne Sauerstoff) ablaufenden Gärprozess Biogas gewonnen. Verschiedene Bakterien und Mikroorganismen verarbeiten das Substrat während der Gärung über diverse Zwischenprodukte zu Biogas, einer Mischung aus Biomethan, Kohlendioxid, Wasserdampf sowie geringen Anteilen an Stickstoff, Sauerstoff, Wasserstoff, Schwefelwasserstoff und Ammoniak. Daneben bleibt von dem Substrat nur ein wässriger Gärrest übrig, der aus schwerabbaubarem, organischem Material wie Cellulose und Holzfasern sowie anorganischen Feststoffen wie Sand und Mineralien besteht. Der Gärrest stellt einen idealen, geruchsneutralen Dünger dar. Der Ertrag an Biogas ist vom Energiegehalt des Substrats (Anteile an Kohlenhydraten, Fetten und Eiweiß) und von den Gärbedingungen abhängig, die noch weiteres Optimierungspotential bieten.